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Meine Vorfahren haben als Eidgenossen 1291 geholfen die Schweiz zu gründen

Zum 700 jährigen Jubiläum der Schweiz durfte ich mit einem Bild in der Ausstellung “500 Jahre Urnersee” teilnehmen, ich war sicher der jüngste Teilnehmer. Viele alte, bis fünfhundertjährige Bilder, wurden mit Panzerwagen in das Hotel Waldstädterhof gebracht, Meines habe ich am Schluss der Ausstellung einem Austellungsorganisator als Dankeschön geschenkt. Es zeigt den Auslandschweizerplatz mit dem vorauseilenden Schatten den Botta Zeltes, welches noch nicht da stand. Den Schatten habe ich mir vorgestellt ab einer Zeitungsmeldung. Die drei Kastanienbäume stellen die drei erhobenen Hände der Eidgenossen am Rütlischwur dar. Im Hintergrund ist das Rütli zu erkennen. Das Rütli als weisser Fleck zwischen den Baumkronen der beiden Bäume rechts zu erkennen. Die Zeit war damals noch frostig und die Eidgenossen erlangten mit nachbarschaftlicher Hilfe die Freiheit aus der Knechtschafft. Es genügt nicht wenn nur der Knecht schafft… 

Im Kloster Einsiedeln steht im Einkünfte-Urbar 1217-1222 auf lateinisch was die Auf der Maur (uff der Mur’s) als Zins dem Kloster abliefern mussten:

Auf der Mauer = 1 Zieger und 1 Käse lat. Super Murum seratium et caseum

Quelle aller folgenden Informationen sind aus unserem Familienbuch “Die Auf der Maur” von Franz Auf der Maur, Schwyz ISBN Nr. 3-9521829-4-X. Ihm gehört ein grosses Dankeschön für sein Lebenswerk. 

Stamhaus Auf der Maur vor der Restaurierung 1983

1 = Stammhaus in Oberschönenbuch SZ, im Hintergrund Brunnen Ingenbohl und der Vierwaldstättersee

Stammhaus “Mur” Grundbuch nr.1523 auf 631müM, steiles Gelände mit Bergbach unterhalb des Fronalpstocks, ein richtiger “Mur”-Gang. Viele Übrschwemmungen und Hangrutsche gab es wohl um 1217 als das Heimwesen die Bezeichnung “Mur” bekam. Ein bisschen Morgensonne und Schattenlage am Nachmittag und Abends, nicht so sonnig wie das gegenüberliegende Schwyz unterhalb der beiden Mythen. Der Ertrag war vermutlich nicht so überschwänglich. Sie mussten nur 1 Ziger und 1 Käse dem Kloster Einsiedeln als Zehnten abliefern. Andere Heimwesen mussten mehr Steuern bezahlen. Foto 2011 Martin AdM

Stammhaus “Mur” in Oberschönenbuch SZ. Links davon Unterschönenbuch, unten Morschach. Luftseilbahn Morschach-Stoss Talstation 797müM

Sehr kleiner Urgeschichtlicher Auszug aus dem Auf der Maur Buch:
Erste Menschen besiedelten die Schweiz vor 350’000 Jahren (Altsteinzeit Ausgang Mindeleiszeit). Nachher gab es eine Jahrtausendwährende Warmzeit und die Gletscher bildeten sich noch weiter zurück als heute. Dann gab es eine Reisseiszeit und es gab um 180’000 Jahre vor Chr. keine Menschen und Tiere mehr hier. 

Vor 130’000 Jahre tauchten die Neandertaler auf. das milde Klima war wärmer als heute. Die Warmzeit zwischenn den letzten beiden Eiszeiten  (Riss- und Würmeiszeit) dauerte 60’000 Jahre. Während weiteren 30’000 Jahren in der Würmeiszeit lebten die Neandertaler in nasskalten Sommern und schneereichen Wintern (Funde an vielen Stellen in der Schweiz). Die Neandertaler vermischten sich mit den eingewanderten Homo Sapiens. Sie haben ihre physischen Eigenarten weitgehend verloren, es sind nur noch restliche Gen-Anteile zu finden.  

Um 8000 v. Chr. begann die Nacheiszeit, die Jetztzeit (Holozän). Bis 5000 v. Chr. die Mittelsteinzeit, dann bis 2500 v.Chr. die Jungsteinzeit (Neolithikum). 2000 v. Chr. begann die Bronzezeit, und 800 v. Chr. die Eisenzeit. Dann die ältere Eisenzeit (Hallstadtzeit)  bis 500 v. Chr. und die jüngere Eisenzeit (La Tène-Zeit) bis um Christi Geburt. Alles durch viele Funde in der Schweiz belegt. 

Um 450 v. Chr. wurden die zwischen Rhone, Rhein und und Donau lebenden Menschen von den Griechischen Schriftstellern als Kelten (Keltoi) bezeichnet. Die Römer nannten sie Gallier. Im Schweizer Mittelland wurde der Keltische Stamm als Helvetier erstmals 100 Jahre vor Chr. benannt.  Um Christi Geburt war das Gebiet hier von den Römern besetzt. Die Kelten wurden zu Gallo-Römern und schliesslich zu Romanen.

Nach 213 n. Chr. drängten die Alemannen in mehreren Schüben nach Süden. Und  496/97 n. Chr. besiegte das Fränkische Reich mit König Chlodwig das Alemannische Königreich. So fliesse in unseren Adern sehr viel verschiedenes Blut aus unterschiedlichen Volksstämmen. Wir stammen von freien- und unfreien- Menschen, Königen und Bettlern ab, aber auch von vielen Handwerkern und Bauern. 

Geschichtlich belegte Vorfahren der Auf der Maur vom Lande Schwyz:

Nr.1 Super Murum 1217 (Lateinisch) Ein Vorname ist nicht bekannt. Die steile Liegenschaft genannt Mur in Oberschönenbuch Schwyz nahe dem alten Suworow Weg ins Muotathal. Den Bewohnern sagte man die “uf der Mur”

Nr. 2. uff der Mura Johanns. Urkunde vom 25.12.1281 (Gottestag) Anlässlich der ersten Landsgemeinde, 10 Jahre vor der Gründung der Eidgenossenschaft 1291

Nr.3 Murer Ulrich. Urkunde 14.3.1311. Streit mit Kloster Einsiedeln gegen Abt Anselm

Nr. 4 uff der Mur Hans. Wappe und Siegel 1342

Nr. 5 uff der Mur Jost. Urkunde 1387 Pfleger Kapelle St. Leonhard in Ingenbohl.

Nr. 17 uff der Mur Ulrich (der alt Ulrich) geb. ca. 1420/30. St. Martinsrodel Schwyz

Nr. 20 uff der Mur Ulrich (jung Uli) *1450 – 1510 Landvogt zu Uznach, Landammann, Landessäckelmeisster, Hauptmann etc.

Nr. 29 uff der Mur Jost*ca.1470-1515 Schlacht bei Marignano, Söldnerführer, Hauptmann

Nr. 63B uff der Mur Beat (Batt) *ca. 1515/25 -1587 Rat zu Schwyz. Mit der Linie B nach der Zahl ist unsere direkte Familienfolge sicher belegt. Vorher gab es keine gesicherten Taufbücher, nur Geschichts-, Gült- und andere amtliche Dokumente. Auch gab es schon vorher Jahrzeitbücher von Verstorbenen. ich habe vorher nur einige mögliche Vorfahren aufgeführt. 

Nr. 89B uff der Mur Balthasar *1550/60 – 7.8.1588 gest. Schänis SG Stb. Schwyz. Landvogt zu Uznach Landesstatthalter SZ, Tagsatzungsgesandter

Nr. 104B uff der Mur Georg (Jörg) *1585 – 10.10. 1673 unser Stammvater von Ingenbohl, Landvogt zu Uznach Landesstatthalter SZ, Tagsatzungsgesandter, Landammann, Neunergericht, 1648 Gesandter nach Solothurn zu franz. Ambassadors.

Nr. 116B uff der Maur Balthasar *1620 – 29.11.1684 Ingenbohl, Kirchenvogt, Schützenbruderschaft. unter ihm Bau der frühbarocken Kirche St. Leonhard in Ingenbohl.

Nr. 127B uf der Mur Johann Georg 1642/45 – 18.4.1694 Bauer in Ingenbohl Feld. (Die Schreibweise uff der Mur änderte manchmal)

Nr.163B  uff der Mur Josef 29.10.1677 – ca 1750 Ingenbohl, Bauer

Nr. 206B auf der Mur Josef Augustin 4.4.1724 – 22.3.1767 (22.3. mein Geburtstag !) Ingenbohl Feld 

Nr. 249B auf der Maur Josef Leonhard *16.6.1753 – 19.2.1794 ingenbohl, Bauer Sigrist

Nr. 294B Auf der Maur Josef Leonhard Augustin 24.3.1785 – 27.7.1812 Ingenbohl. Gründer der Schneidermeister-Dynastie in Brunnen, Dorfvogt, im Tätschhüsli hinter Bundeskapelle Gersauerstrasse. Mein Grossvater steht vermutlich vor seinem Schneiderladen. nach einer s/w Foto gemalt.

Nr. 340B Auf der Maur Josef Leonhard Franz Anton 12.12.1814 – 13.7.1888 Ingenbohl Schneidermeister

Nr. 397B Auf der Maur Josef Karl Leonhard Ignaz 31.7.1842 – 6.8.1921 Ingenbohl Schneidermeister & Tuchhandlung “Mercerie und Bonneterie”, Kapellvogt, 1891 Mitbegründer Musikgesellschaft.

Nr. 482B  Auf der Maur Josef Leonhard 6.3.1874 – 29.1.1944 Schneidermeister Marchand Tailleur genannt Mr. Plyss wegen seines Englandaufenthalts. (mein Grossvater)

Nr. 650B Auf der Maur Martin Georg Ingenbohl 9.10.1912 – 9.1.1985 Eidg. Zeughaus Werkführer. (mein Vater) 

Nr. 854B Auf der Maur Martin Josef Ingenbohl u. Zug *22.3.1950 El. Ing. HTL und Kunstmaler

Hier mein Auszug aus unserem Familienbuch:

Unser Stammeszweig der langjährigen Schneidermeister Dynastie geht in diesem Berufszweig vermutlich zu Ende.
Aber in diesem Stammbaum der Schneidermeister geht es als einziger Zweig weiter mit unseren 5 Enkeln (alle männlichen Geschlechts):

Abstammung von Theo: Cirl, Moris, Ramon

Abstammung von Remy: Julian und Claudio

Die berühmte Schneidermeister Dynastie wird vermutlich mit meinem Cousin Anton Nr. 647 B enden. In der Zeitung “Boote der Urschweiz” gab es am 27. N0v. 1987 einen ausführlichen Bericht zu der 175 jährigen Schneidermeister Dynastie.geschrieben von Josias Clavadetscher.

 

Bericht von Josias Clavadetscher